Chemie-Begriffe

 

 

Aceton: Dimethylketon, 2-Propanon, Essig-Geist; klare, farblose, aromatisch riechende, scharf schmeckende, leicht entflammbare, flüchtige Flüssigkeit; mischbar mit Wasser, Ethanol, Ether, Chloroform; Anwendung: technisch - als Lösungsmittel für Harze, Fette, Celluloid, Schieß-Baumwolle, Campher, Asphalt, Schellack, Acetatcellulose; zur Herstellung von Chloroform, Iodoform; zur Synthese von Sulfonal, zur Entwässerung mikroskopischer Präparate, zur Gelatinierung von Nitrocellulose (rauchloses Pulver), zur Herstellung von Klebemitteln; Aceton besitzt etwa die gleiche narkotisierende Wirkung wie Ethanol; Achtung: Einatmen wie auch Aufnahme über/durch die Haut kann zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen bzw. Reizung der Atem-Organe führen 

 

Alaun: Aluminiumkaliumsulfat, Aluminium-Kalium sulfuricum, Alumen; gebrannter Alaun: Alumen ustum; Alaune sind Doppel-Salze. Darstellung von Kalium-Alaun: durch Brennen von natürlichem Alaun-Stein, durch Aufschließen geglühter Tone und Bauxite, durch das Auskristallisieren lassen einer Lösung von Aluminiumsulfat und Kaliumsulfat; farblose oktaedrische Krista oder kristallines Pulver; süßlich adstringierender Geschmack; löslich in 9 Teilen Wasser, leicht löslich in Glycerol und verdünnten Säuren, unlöslich in Ethanol; Anwendung: medizinisch - früher innerlich selten bei Diarrhö und Darm-Blutungen, äußerlich als Ätzmittel; technisch - in der Gerberei, zum Klären; alle Alaune kristallisieren in Oktaedern oder Würfeln 

 

Alkali: eine lösliche Base, welche Säuren neutralisieren kann

 

Allotropie: die Eigenschaft eines Stoffes, in verschiedenen Kristall-Formen zu erscheinen; Beispiel: Kohlenstoff als Graphit und/oder Diamant

 

Aluminium: Al; silbrig-weißes, sehr dehnbares Leicht-Metall

 

Amino-Säuren: Sammelbezeichnung für alle Carbon-Säuren, welche an dem organischen Rest (R) eine Amino-Gruppe als Seitenkette tragen; die Amino-Säuren bilden die Bausteine der Eiweiße

 

Ammoniak, Ammoniumphosphat: Ammnoniak ist ein farbloses, stechend riechendes Reizgas – Verätzung & Vergiftung möglich !; Ammoniak entsteht bei der Eiweiß-Fäulnis und bei der Destillation von Steinkohlen-Teer; Ammoniak wird zu Ammonium-Salzen (z.B. Düngemittel), Salpetersäure, Harnstoff, Blausäure & Akrylnitril verarbeitet. Gemische aus Ammoniak & Sauerstoff sind explosiv – Vorsicht ! Ammoniak wird als Kühlmittel in Kältemaschinen (Kühlschränken) verwendet

 

Ammonium-Chlorid: Ammonii chloridum, Ammonium chloratum, Ammonium hydrochloricum, Salmiak, Sal ammoniacum; farblose, durchscheinende, geruchlose Kristalle oder weißes kristallines Pulver; leicht löslich in Wasser und Glycderol, wenig löslich in Ethanol; Anwendung: medizinisch - als Auswurf förderndes Mittel (Salmiak-Pastillen); als Mittel zur Steigerung der Harn-Ausscheidung; bei Infektionen der Harnwege durch Choli-Bakterien; getrocknetes Ammonium-Chlorid bei Schnupfen und rheumatischen Schmerzen; technisch - als Lötstein zum Löten, zum Verzinnen & Verzinken; zur Füllung galvanischer Elemente (Batterien); in der Färberei und Druckerei

 

Ammoniumcarbonat: Hirschhornsalz; farblose, leicht wasserlösliche, nach Ammoniak riechende , säulenartige Kristalle; die Kristallke zerfallen bei 58°C in Gase und gehen beim Stehen in der Luft allmählich in Ammoniumhydrogencarbonat über; Verwendung: als Zusatz von Backpulvern (z.B. Herstellung von Lebkuchen), als Beize in der Textilfärberei, als Zusatz in photographischen Entwicklern

 

Ammonium-Sulfat: Ammonium sulfuricum, Ammoniummonosulfid; farblose Kristalle; leicht löslich in Wasser, unlöslich in Ethanol; Anwendung: technisch - zur Düngung; als Nährstoff für Hefe; als Flammschutz-Mittel

 

amphoter: teils sauer und teils basisch reagierend; Anwendungen medizinisch: bei Haut-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Anämien, bei Eiweiß-Mangel, Erschöpfungs-Zuständen u.s.w. (Vit.B-Komplex), früher als Diuretikum und Antipyretikum, Asthma-Mittel (Charta nitrata); Anwendungen technisch: zum Pökeln, in der Feuerwerkerei, zur Herstellung von Sprengstoffen, als Dünge-Mittel; zu Kälte-Mischungen

 

Antimonsulfat: Antimon tritt in der Natur vor allem als Antimonit (Sb2S3) auf, aber auch rein/gediegen; Antimon setzt sich mit konzentrierten Säuren (z.B. konzentrierte Salpetersäure, Schwefelsäure) zu Antimon-Salzen um (z.B. zu Antimonsulfat)

 

Ätz-Kalk: gebrannter Kalk, Calcaria usta, Calciumoxid

 

Back-Pulver: Back-Pulver dienen an Stelle von Hefe zur Lockerung von Backwaren; Gemische von Natrium-Hydrogenkarbonat mit einer Säure oder saurem Salz, welche beim Zusammentreffen mit Wasser/Milch das Gas Kohlendioxid/CO2 entwickeln; gebräuchliche Mischungen: 84 Teile Natrium-Hydrogenkarbonat + 188 Teile Kalium-Hydrogentartrat oder: 70 Teile Kalium-Hydrogentartrat + 30 Teile Natrium-Hydrogenkarbonat + 37 Teile Weinsäure + 93 Teile Amylum; hiervon 20g auf 0,5kg Mehl. Der Stärke-Zusatz bzw. der Mehl-Zusatz hat den Zweck, die Haltbarkeit des Back-Pulvers zu erhöhen; für bestimmte Gebäck-Sorten wird auch Hirschhorn-Salz (Mischung aus Ammoniumcarbonat und Ammonium-Hydrogencarbonat) als Trieb-Mittel verwendet;

 

Base: eine chemische Verbindung, welche bei der Reaktion mit einer Säure ein Salz bildet

 

Bienen-Wachs: siehe: Wach-Gelbes Wachs, Wachs-Weißes Wachs

 

Bimsstein: Lapis pumicis, poröses vulkanisches Mineral; Zusammensetzung: ca. 55% Siliciumdioxid, 22% Aluminiumoxid, 11% Alkalimetalloxide; Anwendung: als Hautreinigungs- und Polier-Mittel; als Zusatz-Stoff für Beton

 

Bindung, chemische: die elektrische Kraft, mit der Atome und Ionen in Stoffen zusammengehalten werden

 

Borax: Natriumtetraborat, Natriumtetraboricum, Natrium biboricum, Medizinal-Borax, Natrii tetraboras; harte, weiße Kristalle; löslich in Wasser bei ca 20°C, Verhältnis ca. 1:16; sehr leicht löslich in heißem/siedendem Wasser und Glycerol, unlöslich in Ethanol; Borax macht Harze in Wasser löslich, löst Eiweißstoffe, verseift Fette; natürliches Vorkommen: als Tinkal in einigen Seen Tibets und Kaliforniens; Anwendung: medizinisch - zur Mund-Spülung eine 4%ige wäßrige Lösung; zum Betupfen der Mund-Schleimhaut 10-20%ige Lösung in Glycerol; antibakterielle Wirkung fraglich; als Konservierungs-Mittel in den meisten Ländern verboten; homöopathisch bei chronischen Haut- und Schleimhaut-Erkrankungen wie Aphten, Soor etc.; technisch - als Lötmittel; zum Glasieren von Steingut & Porzellan; in Wasch-Mitteln ("Glanzstärke" darf höchstens 12% Borax enthalten - Vergiftungs-Gefahr !)

 

Borsäure: Acidum boricum; farblose, glänzende, sich fettig anfühlende Kristalle oder weißes, feinkristallines Pulver; löslich in ca. 20 Teilen Wasser mit 20°C; in 14 Teilen siedendem Wasser; in 6 Teilen Glycerol; in etwa 20 Teilen Ethanol (90%); technische Herstellung/Darstellung: aus Borax mit Schwefel-Säure; Anwendung: medizinisch - schwaches Antiseptikum in Salben, Umschlägen, Schüttel-Pinselungen und Pudern; wegen der geringen antiseptischen Wirkung und der Toxizität der Borsäure, die häufig gerade bei Kindern zu Vergiftungen geführt hat, sind diese medizinischen Anwendungen abzulehnen; gute medizin. Wirkung in Augen-Tropfen, Augenwässern und Nasentropfen in Form von Borat-Pufferlösungen; Ausspülungen von Körperhöhlen mit Borsäure bzw. Borax-Lösungen können u.U. ebenso zu schweren Vergiftungen führen wie die 10%ige Borsalbe - Anämie, Haarausfall, Kollaps, Nieren-Schädigungen

 

Brantkalk: siehe: Ätz-Kalk

 

Bronze: Legierung von Kupfer mit anderen Metallen; Legierungen hauptsächlich aus Zinn/Sn und Kupfer/Cu; Zinn steigert die Härte und Festigkeit wie kaum ein anderes Metall; Walz-Bronze enthält bis zu 10% Zinn, Guß-Bronze bis zu 20% Zinn

 

Bruttoformel: die einfachste Schreibweise eines Stoffes mit der Anzahl und Art seiner Atome, z.B. Kaliumpermanganat - KMnO4 oder Natriumcarbonat (Soda) - Na2Co3

 

Chemie, anorganische: Teilgebiet der Chemie; beschäftigt sich mit Elementen & Verbindungen ohne Kohlenstoff

 

Chemie, organische: Teilgebiet der Chemie; beschäftigt sich mit Kohlenstoff-Verbindungen

 

Chlor-Kalk: Bleich-Kalk, Calcaria chlorata, Calcii hypochloris; unterschiedliche Zusammensetzung; wesentlicher Bestandteil: Calziumhypochlorit-chlorid; weißes, nach Chlor riechendes Pulver; in Wasser nur teilweise löslich; gehalt: mind. 30% aktives Chlor, welches durch Säuren freigemacht wird; an Licht & Luft wird Chlor-Kalk allmählich zersetzt und schmierig unter Abgabe von Sauerstoff; techn. Herstellung/Darstellung: durch Einwirken von Chlorgas auf trockenes Calciumhydroxid; Anwendung: medizinisch - als Adstringens & Desinfiziensa; technisch - als Bleichmittel

 

Cystein: Cysteinum; siehe: Amino-Säuren; optisch aktive, schefelhaltige, proteinogene Aminosäure; zentrale Verbindung im Schwefel-Stoffwechsel; große Bedeutung in Redox-Reaktionen des Organismus; Anwendung: medizinisch - bei Leber-Schäden, Infektions-Krankheiten, Metall-Vergiftungen (Radikalen-Fänger), zur Wund-Heilung, in Infusions-Lösungen

 

Cystin: L-Cystin, Dicystein, Disulfid des Cysteins; entsteht durch Odidation von 2 L-Cystein-Resten; weißes, kristallines Pulver; unlöslich in Wasser und Ethanol; leicht löslich in Alkali-Laugen und Mineral-Säuren; optisch aktiv, bildet in Proteinen die Disulfid-Brücke; Anwendung: medizinisch - bei Eiweißmangel-Schäden, perniziöser Anämie, in der Dermatologie, in Medikamenten zur Leber-Therapie, Infusions-Lösungen, Anabolika

 

Destillation: Reinigung/Trennung meist flüssiger Stoffe durch Verdampfung (+ Kühlung); sehr wichtiges Verfahren zur Herstellung z.B. von ätherischen Öle, Alkohol, Treibstoffen

 

Diffusion: allmähliche und gleichmäßige Vermischung von Stoffen

 

Dispersion: feinste Verteilung eines Stoffes in einem anderen Stoff in Form von Bläschen, Tröpfchen, Körnchen; z.B. Wasser in der Luft (Nebel)

 

Dynamit: ein Sprengstoff mit dem Hauptbestandteil Nitroglycerin; da das Nitroglycerin stark erschütterungsempfindlich und hochexplosiv ist, wurde es von Alfred Nobel in Holzkohle und später in Kieselgur aufgesogen; es entstand das Dynamit, ein Sicherheits-Sprengstoff; das Dynamit wird elektrisch gezündet

 

Edelgase: Gase, welche sehr reaktionsträge/inert sind: Argon, Helium, Krypton, Neon, Radon, Xenon

 

Eisen: chem. Zeichen: Fe; Dichte: 7,86 g/cm3 ; Farbe: silber-weiß; relativ weiches Metall; Schmelz-Temperatur: 1540°C; Siede-Temperatur: ca. 3000°C; durch Zusatz von anderen Metallen/Mineralien kann Eisen verschiedene Eigenschaften annehmen (siehe: Stahl)

 

Eiweiß: auch: Proteine, Polypeptide; Eiweiß-Moleküle sind die wichtigsten bio-chemischen Verbindungen der belebten Natur; sie sind am Aufbau und an der Funktion aller Zellen beteiligt - sie werden daher auch als Grundlage des Lebens bezeichnet

 

Elektrolyse: die chemische Zersetzung von Laugen, Säuren und Salzen durch elektrischen Strom (Gleichspannung); bei der Elektrolyse kommt es zu einer Umwandlung von elektrischer Energie in chemische Energie sowie zu einer Wanderung von Ionen im Elektrolyten; Beispiel: eine elektrische Gleichspannungs-Quelle (Batterie/Akku)

 

Elektrolyte: alle Stoffe, welche in wässriger Lösung in Ionen zerfallen, z.B. Säuren, Laugen; Salze benötigen kein Wasser, um in Ionen zu zerfallen

 

Elektron: ein negativ geladenes Elementar-Teilchen, welches den/seinen Atom-Kern umkreist

 

Eloxierung: Bildung einer festen Oxidations-Schicht auf Aluminium, welche die weitere Oxidation des Aluminiums verhindert; durch anodische Oxydation (eloxieren) kann diese Schicht noch verstärkt werden

 

Enzym: eine Eiweiß-Verbindung, welche als bio-chemischer Katalysator wirkt

 

Erdwachs: Bergwachs, Ozokerit, Bitumen; ist in erdölführenden geologischen Schichten zu finden; hochmolekulares Paraffingemisch von dunkler (gelber bis brauner) Farbe; entsteht durch Umwandlung/Verharzung von Erdöl; Verwendung: gereinigtes Erdwachs (Ceresin/Zeresin) für Kerzen, Schuhkreme, Bohnerwachs

 

Essig: Acetum; klare, farblose bis gelbliche Flüssigkeit von saurem, leicht aromatischem Geruch; Essig entsteht, wenn man verdünnte, alkoholhaltige Flüssigkeiten (wie Bier, Wein, vergorene Fruchtsäfte) dem Luftzutritt aussetzt; Hierbei wird durch Essig-Bakterien (Acedobacter aceti) die sogenannte Essig-Gärung bewirkt, d.h. der Ethanol oxidiert zu Essig. Die Essig-Bakterien sterben bei einem Alkohol-Gehalt von 14% oder einem Essigsäure-Gehalt von 14% ab; industrielle Herstellung: man lässt alkoholhaltige Maische mehrmals über mit Essig-Bakterien besiedelte Buchenholz-Späne laufen/fließen (Schnellessig-Verfahren); der übliche Handel-Essig wird meist lediglich durch Verdünnen von Essigsäure mit Wasser hergestellt, evtl. auch unter Zusatz von Aroma-Stoffen

 

Essig: Wein-Essig: echter Wein-Essig darf nur aus Wein, Trauben-Most oder Trauben-Maische hergestellt werden; wird dem Wein Branntwein-Maische zugesetzt, muß das Produkt als „Weinessig-Verschnitt“ deklariert werden; die handelsüblichen Wein-Essige bestehen meist aus 1 Teil echtem Wein-Essig und 4 Teilen Branntwein-Essig (Sprit-Essig); Gärungs-Essige sind z.B. Echter Wein-Essig (Trauben-Essig), Branntwein-Essig, Malz-Essig, Obst-Essig; Essig-Essenz ist reine oder mit Aromen versetzte und bisweilen auch gefärbte Essig-Säure (Gehalt ca. 60-80% reine Essig-Säure); Kräuter-Essige, Frucht-Essige, Gewürz-Essige und Blüten-Essige werden durch Ausziehen der betreffenden Kräuter, Früchte, Gewürze und Blüten mit Essig oder durch Vermischen mit Essig/Essig-Säure mit Frucht-Säften hergestellt; Toilette-Essig ist meist eine leicht gefärbte Mischung aus Essig-Säure mit ätherischen Ölen und sonstigen Aroma-Stoffen; Essig darf nicht in Metall-Gefäßen (Zink, Kupfer, Eisen, Stahl etc.) oder Emaille-Gefäßen aufbewahrt werden, da die Essig-Säure allmählich die Metalle auflöst

 

Essig: Holz-Essig: Acetum pyrolignosum; Gewinnung durch trockene Destillation von Holz (v.a. Buche, Fichte); roher Holz-Essig/Acetum pyrolignosum crudum: nach Teer und Essig-Säure riechende, sauer und etwas bitter schmeckende Flüssigkeit, aus der sich allmählich teerartige Stoffe abscheiden; gereinigter Holz-Essig/Acetum pyrolignosum retificatum: gelbliche, nach Teer & Essig-Säure riechende, sauer & bitter schmeckendeFlüssigkeit; beide Essige enthalten neben Teer & Essig-Säure auch Aceton & Methanol; Anwendungen: medizinisch – (früher) als Adstringens & Desinfizens, vor allem in der Tier-Heilkunde; technisch – zur Konservierung allgemein, zur Schnell-Räucherung; Essig darf nicht in Metall-Gefäßen (Zink, Kupfer, Eisen, Stahl etc.) oder Emaille-Gefäßen aufbewahrt werden, da die Essig-Säure allmählich die Metalle auflöst

 

Essig-Säure: Acidum aceticum, Methancarbon-Säure, Ethan-Säure; tritt bei vielen natürlichen/enzymatischen Oxydations-Prozessen und im Stoffwechsel als aktivierte Essig-Säure auf; Herstellung/Darstellung: durch trockene Destillation des Holzes (hauptsächlich Fichte & Buche, Holz-Essig = Acetum pyrolignosum), durch Oxydation von Ethanol (Essig-Gärung), großtechnisch aus Calciumcarbid über Acetylen und Acedaldehyd als Zwischen-Produkte

 

essigsaure Tonerde: Liquor Aluminii acetici; Liqu. Aluminii acetico-tartarici; Aluminiumacetat, Aluminiumacetat-tartrat-Lösung

 

essigsaure Tonerde-Gel: 10 Teile Aluminiumacetat-tartrat-Lösung werden mit 82 Teilen heißem destilliertem Wasser dispergiert und 1 Stunde quellen gelassen; hierauf setzt man die Mischung aus essigsaurer-weinsaurer Tonerde-Lösung in Essig zu und lässt die Mischung bis zur vollständigen Quellung (ca. 3 Stunden) stehen; Anwendung: medizinisch – bei Sonnenbrand, bei Insektenstichen

 

Ester :eine organische Verbindung (wie Fett, Öl) die aus der Reaktion von Säure und Alkohol unter Abspaltung von Wasser entsteht

 

Ether, Äther: Ethylether, Äthyläther, Diethylether, Ether ethylicus, Schwefel-Ether, Ether sulfuricus; klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit; sehr leicht entzündbar/explosiv; an Luft & Licht leicht oxidierend; mischbar mit Ethanol 90%, Chloroform, Benzin, fetten & ätherischen Ölen; Herstellung/Darstellung: durch Destillation von Ethylalkohol mit konzentrierter Schwefelsäure (deshalb früher Schwefel-Ether genannt); Achtung: bei längerem , nicht lichtgeschütztem Stehenlassen von Ether oder beim Destillieren kann es zur Anreicherung von explosiven Peroxiden kommen; auch sind Ether-Dämpfe schwerer als Luft und bilden zusammen mit der athmosphärischen Luft ein explosives Gemisch – daher muß das Umfüllen größerer Mengen von Ether mit größter Vorsicht geschehen !; Anwendungen: medizinisch – zur Inhalations-Narkose sowie zur Lokal-Anästhesie (heute v.a. bei Not-Operationen verwendet, sonst wegen der möglichen Nebenwirkungen nicht mehr); Nebenwirkungen: vor allem ein Atemstillstand !; Herstellung von Narkose-Ether: wiederholte Destillation von Ether über Natrium; technisch – als Lösungs- und Extraktions-Mittel von Alkaloiden, Harzen, Ölen, Phosphor, Jod etc.

 

Formaldehyd: ein Gas: farblose, giftig, stechend riechend, leicht wasserlöslich (in 1 Liter Wasser lassen sich 400 Liter Gas lösen/speichern); Formaldehyd wird in vielen chemischen Prozessen benutzt; es ist auf Grund seiner Giftigkeit ungeeignet für eine Anwendung bzw. bei Produkten, bei der Menschen, Tiere & Pflanzen kontaktiert werden können

 

Formalin: 35%ige wäßrige Formaldehydlösung

 

Fraktionierung: die stufenweise Trennung eines Gemisches in seine Bestandteile

 

Gemisch: eine Substanz, welche sich auf physikalischem Wege in ihre Bestandteile zerlegen läßt

 

Gemisch, azeotropes: ein Gemisch von Flüssigkeiten, welches sich nicht durch Destillation in seine Bestandteile zerlegen lässt

 

Gips: Calciumsulfat, Calcium sulfuricum, Schwefelsaures Calcium; natürliches Vorkommen: als Gips, Marienglas, Alabaster, Anhydrit; enthält ca. 7% Wasser; Gips ist ein feines weißes bis fast weißes Pulver; löslich in ca. 600 Teilen Wasser; Anwendungen: medizinisch – zu Gips-Verbänden; erhärtete Gips-Verbände können durch gesättigte Natriumchlorid-Lösungen oder Bariumchlorid-Lösungen wieder aufgeweicht werden

 

Glas: besteht aus Sand + Kalk + Soda + Glasscherben (wenn vorhanden), wird bei 1500°C geschmolzen und dann geblasen, gegossen, gespritzt, geschleudert

 

Glaubersalz: Natriumsulfat, Natriumsulfat-Dekahydrat, Natrium sulfuricum, Natrium sulfuricum cristallisatum, Schwefelsaures Natrium; farblose, durchscheinende Kristalle, leicht löslich in Wasser, unlöslich in Ethanol; Darstellung/Herstellung: technisch aus Mineralien, als Nebenprodukt beim Leblanc-Sodaprozeß, durch Erhitzen von Natriumchlorid (NaCl = Salz) mit Natriumhydrogensulfat, durch Umsetzen von Magnesiumsulfat mit Natriumchlorid; erstmals hergestellt von J.R.Glauber aus Kochsalz und Schwefelsäure; Anwendung: medizinisch – als Abführmittel (die Wasser-Resorption einschränkend), Dosierung 10-30g; technisch – in der Glas- und Waschmittel-Industrie, in der Färberei etc.

  

Gleichung, chemische: eine Kurzbeschreibung chemischer Reaktionen mit Hilfe chemischer Formeln; Beispiel: H + O2 = H2O/Wasser; CO2 + H2O = H2CO3/Kohlensäure

 

Glycerin, Glycerol: Glycerolum, Glycerinum anhydricum; klare, fast farblose, geruchlose, sirupartige, stark hygroskopische Flüssigkeit mit süßem Geschmack; mischbar mit Wasser, Ethanol, 1:11 in Ethylacetat, 1:500 in Ether; unlöslich in Benzol, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, Schwefelkohlenstoff, Petrolether, Ölen; wenig giftig; große Mengen (ca. 100ml) wirken u.a. schleimhautreizend, Symptome: Benommenheit, Nieren-Schmerzen, blutige Durchfälle; Glycerol ist die alkoholische Komponente sämtlicher natürlicher Fette und Öle und der Phosphatide (z.B. des Lecithin) und daher von größter Wichtigkeit beim Aufbau unserer Nahrungsmittel; es entsteht natürlich als Nebenprodukt bei der alkoholischen Gärung und beim Abbau der Kohlenhydrate im Organismus; Herstellung/Darstellung: durch Spaltung der Fettsäureglycerolester der Fette bei der Seifen-Herstellung oder durch besondere Vergärung des Zuckers (Protol-Verfahren); vollsynthetische Herstellung aus Propen (aus Kokerei-Gasen); Anwendung: medizinisch – als Abführmittel, Otologikum, Hilfs-Swtoff; technisch – als Lösungsmittel für zahlreiche organische & anorganische Stoffe (z.B. Borax, Alkalien, Alkaloide etc.), in der Sprengstoff-Industrie (Nitro-Glycerin), Textil- und Kunststoff-Industrie, zur Herstellung von Schuh-Cremes, Klebstoffen, Schmiermitteln, Kopier-Tinten, zur Konservierung von Nahrungsmitteln, zur Füllung von nGas-Uhren, als Gefrierschutzmittel, in der Tabak-Industrie u.s.w.

 

Glycin: Glykoll, Aminoessigsäure, Leimsüß, Leimzucker; einfachste proteinogene Aminosäure; Glycin hat wichtige Stoffwechsel-Eigenschaften; Anwendungen: mediz.: in Form von 10-20%igem Puder als Wundheilmittel

 

Gold: chem. Zeichen: Au; Dichte: 19,3 g/cm3; Farbe: gold-gelb; neben Kupfer das einzige farbige Metall; weiches, sehr dehnbares Metall; kommt gediegen/in reiner Form vor; Schmelz-Temperatur: 1063°C; Siede-Temperatur: 2970°C; Legierungen: Rot-Gold für Schmuck und in der Zahntechnik - 58% Gold/Au + 38% Kupfer/Cu + 4% Silber/Ag

 

Graphit: Graphites, Carbo mineralis, Plumbago, Reißblei, Wasserblei, Pottlot; Graphit ist eine Modifikation des Kohlenstoffes; natürl. Vorkommen: in grauschwarzen, amorphen undurchsichtigen Massen, welche sich fettig anfühlen und einen schwachen Metallglanz besitzen; Hauptfundorte: Ceylon/Sri Lanka, Madagaskar, Kanada, Finnland, Steiermark/Österreich; Verbrennung in reinem Sauerstoff bei ca. 690°C; im Handel als feines, schwarz-graues, silbriges unlösliches Pulver; Anwendungen: technisch – zur Herstellung von „Blei-Stiften“, Schmelz-Tiegeln, als Schmiermittel, für Graphit-Elektroden, für Graphit-Stäbe und Graphit-Kontakte in Schmelz-Öfen (Stahl-Industrie), als Korrosions-Schutz

 

Gummi Arabicum: Arabisches Gummi, Aceciae gummi, Akazien-Gummi, Gummi Acaciae, Gummi senegalense, Kordofan-Gummi; stammt von mehreren in Afrika heimischen Acacia-Arten; rundliche, weiße bis gelbliche und bräunliche Stücke; in kleinmuschelige, leicht irisierende Stücke zerbrechend; langsam löslich bin 2 Teilen Wasser zu einem klebenden, gelblichem, schwach sauer reagierendem Schleim; in Ethanol unlöslich; Anwendungen: medizinisch – als reizminderndes Mittel bei Katarrhen der Atemwege und des Darms sowie als Geschmacks-Korrigens und Bindemittel für Emulsionen & Pillen; technisch – hauptsächlich als Klebstoff, in großen Mengen in der Textil- und Seiden-Industrie zum Appretieren, als Bindemittel für Wasserfarben & Tinten, als Schutzkolloid für kolloide Metallösungen, als Verdickungsmittel in der Druckerei

 

Halogene, Salzbildner: fünf nicht-metallische, reaktions-fähige Elemente: Astat, Brom, Chlor, Fluor und Jod

 

Hefe: Faex, Bärme, Lie, Yeast, Hefepilze; Sprosspilze, welche unter anderem die alkoholische Gärung verursachen; es gibt verschiedene Stämme + Rassen, welche für die unterschiedlichsten Zwecke gezüchtet werden; Wein-Hefen & Branntwein-Hefen ergeben einen hohen Ethanol-Gehalt bei der Gärung; Bäcker-Hefe/Back-Hefe bewirkt eine starke Kohlendioxid-Bildung; obergärige & untergärige Bier-Hefe dient neben der Press-Hefe auch zur Gewinnung der medizinischen Hefe; Preß-Hefe (Germ) besteht meistens aus entwässerter Bäcker-Hefe (nicht entwässerte Hefe enthält ca. 70 % Wasser)

 

Hirschornsalz: siehe: Ammoniumcarbonat

 

Höllenstein: Bezeichnung für kristallines Silbernitrat/AgNO3: farblose, wasserlösliche, stark ätzende Kristalle; wird unter anderem zum Ätzen von Haut-Gewebe benutzt, zum Blutstillen, zur Kennzeichnung der Wäsche (unter Lichteinwirkung scheidet sich schwarzes Silber ab)

 

Holzkohle: Carbo ligni, Carbo activatus, Carbo medicinalis/med. Kohlen, Carbo animalis/Tier-Kohlen; Holz, welches unter Luftabschluß (im Meiler) verkohlt/zu Holzkohle verbrennt; wird wie Kohle benutzt, außerdem als mediz. Mittel/Carbo medicinalis, zum Bau von Gas- + Wasserfiltern

 

Hydrolyse: die Aufspaltung einer chem. Verbindung durch die Reaktion mit Wasser

 

inert: reaktions-träge; Stoffe, welche nur wenige oder keine Verbindungen mit anderen Stoffen eingehen (können)

 

Inhibitor: ein Stoff, welcher chemische Reaktionen verzögert oder verhindert

 

Iod, Jod: Iodum; graue, metall-glänzende, rhombische Plättchen von eigenartigem Geruch, welche schon bei Raum-Temperatur verdampfen; schwer löslich in Wasser (ca. 1:5500), leicht löslich in konzentrierten Lösungen von Iodiden, löslich in Ethanol (1:9), Ether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzol, Iodwasserstoff-Säuren, schwer löslich in Glycerol (1:200); Vorkommen: natürlich im Meerwasser (ca. 0,0002%),Mineralquellen, Algen, Pflanzen; Herstellung/Darstellung: durch Auslaugen der Asche von Algen (Fucacceae) und aus Chile-Salpeter (Caliche); Anwendungen: elementares Iod/Jod wirkt bakterizid & fungizid; zur Kropf-Prophylkaxe; Achtung: die lokale Anwendung kann zu allergischen Haut-Reaktionen mit Juckreiz, Schuppung und Bläschenbildung führen; selten, aber möglich: schwere Überempfindlichkeits-Reaktionen wie Fieber, Schock, Bronchospasmus u.a.m.; Achtung: die Zufuhr hoher Dosen Jod kann zur Jod-Vergiftung (Iodismus) führen; Symptome sind u.a. Schnupfen, Konjunktivitis, Kopfschmerzen, Jod-Nachgeschmack, Bronchitis, Gastroenteritis u.a.m.; bisweilen kann es zu Akne kommen

 

Ion: ein Atom oder ein Molekül mit mehr oder weniger Elektronen als im Normal-Zustand

 

Isomer: eine Verbindung, welche sich zwar aus denselben Elementen zusammensetzt wie eine andere Verbindung, sich aber aufgrund einer unterschiedlichen Molekular-Struktur chemisch und physikalisch anders verhält

 

Isotop: ein Atom, welches sich von anderen Atomen desselben Elementes durch seine Neutronen-Zahl und damit durch seine Massen-Zahl unterscheidet

 

Kali-Salpeter, Kalium-Nitrat: Kalii nitras, Kalium nitricum, Salpetersaures Kalium, Salpeter, Nitrum; farblose, durchsichtige Kristalle oder Pulver; sehr leicht löslich in Wasser; fast unlöslich in Ethanol; natürliche Vorkommen: im Erdboden, besonders in warmen Ländern (Ägypten, Indien); Herstellung/Darstellung: durch Umsetzen von Kalium-Nitrat/Chile-Salpeter mit Kalium-Chlorid (Konversions-Salpeter) oder durch Einwirkung der aus dem Stickstoff der Luft gewonnenen Stick-Oxide auf Kali-Lauge; u.a. zur Herstellung von Schwarz-Pulver; wurde/wird auch zur Minderung des Sexualtriebes der Männer eingesetzt

 

Kalium-Jodid, Kalium-Iodid: Kalii iodidum, Kalium iodatum, Iodkalium; farblose, würfelige Kristalle; sehr leicht löslich in Wasser, löslich in Ethanol und Glycerol; Herstellung/Darstellung: durch Lösen von Iod/Jod in Kalilauge unter Erwärmen – hierbei entsteht Kalium-Iodid und Kalium-Iodat; Kalium-Iodat wird nach Verdampfen der Lösung und Schmelzen des Rückstandes mit Kohle zu Kalium-Iodid reduziert; ferner durch Neutralisieren von Iod-Wasserstoff-Säure mit Kalium-Carbonat; Anwendungen: medizinisch – als Expektorans, zur Struma-Prophylaxe(Schilddrüse, Kropf), als Prophylaktikum zur Vermeidung der Einlagerung von radioaktiven Isotopen (z.B. Iod –131 bei Reaktor-Unfällen; früher bei Arteriosklerose und Lues; Achtung: nach Einnahme von Kalium-Iodid tritt häufig Iodismus/Iod-Vergiftung auf !; äußerlich: als Unguentum Kalii iodati (Salbe), auch in Form von Klistieren, Augen-Wässern, Inhalationen; unverträglich mit vielen anderen Arznei-Stoffen !

 

Kalium-Permanganat: Kalii permanganas, Kalium permanganicum, Kalium supermanganicum, Kalium oximanganicum, Kalium hypermanganicum, Übermangansaures Kali, Chamäleon violett; dunkel-violette, fast schwarze, stahlblau glänzende Prismen; löslich in 16 Teilen kaltem oder 3 Teilen siedendem Wasser mit blau-roter Farbe; bei starker Erhitzung zersetzt es sich unter Sauerstoff-Entwicklung; mit Salzsäure entwickelt es Chlor; Kaliumpermanganat ist ein starkes Oxydations-Mittel, Lösungen dürfen daher nicht durch Papier gefiltert werden, sondern durch Glaswolle oder Asbest; viele organische Stoffe (z.B. Glycerol, Ethanol, äther. Öle, Zucker, Acetaldehyd, Benzaldehyd) reagieren mit trockenem Kalium-Permanganat unter Entflammen bzw. Explosion; Kalium-Permanganat wirkt zerstörend auf Fäulnis-Erreger und desodorierend auf Fäulnis-Produkte, pathogene Keime werden weniger beeinflusst; Herstellung/Darstellung: durch anodische Oxidation von Kaliummanganat-Lösung; Anwendungen: medizinisch – als Desodorans zu Waschungen unreiner, übelriechender Wunden; bei Ozaena/Stinknase, Fluor albus/Weißfluss; zu Mundwässern (0,05-0,1%ige Lösungen wirken adstringierend und antiseptisch); als Antidot bei Vergiftungen mit Morphin, Phosphor, Kalium-Cyanid; bei Schlangen-Bissen (subkutan um die Biß-Wunde); zur Trinkwasser-Desinfektion (2%ige Lösung); zur Haut-Bräunung, in der Manganometrie/Maßanalyse

 

Kaliumsilicat: siehe: Wasserglas

 

Kalk: harte, weiße, an der Luft allmählich zerfallende Stücke; löslich in verdünnten Säuren unter Salz-Bildung; unlöslich in Ethanol; mit 4 Teilen Wasser versetzt zerfällt es unter starker Wärm-Entwicklung zu gelöschtem Kalk (Calciumhydroxid); Herstellung/Darstellung: durch Glühen von Kalksteinen oder Mamor; Anwendungen: medizinisch – äußerlich als Ätz-Mittel; veterinär-mediz. – bei Huf-Krebs; zur Herstellung von Kalkwasser; zur Konservierung von Eiern; zum Füllen von Toiletten-Trocken-Kästen und Exsikkatoren; Kalkmilch ist ein mit weiterem Zusatz von Wasser verdünnter, gelöschter Kalk: zum Streichen von Obst-Bäumen, zum Schutz gegen Tierfraß, zum Streichen von Tierställen gegen Ungeziefer; verschiedene Kalke: Doppeltkohlensaurer Kalk- Calcium bicarbonicum / Calciumhydrogenkarbonat; gebrannter Kalk/Kalk-Milch/Ätzkalk – Calciumoxid, Calcii oxidum, Calcium oxydatum, Calcium oxydatum causticum, Calcaria usta; gelöschter Kalk/Kalkhydrat – Calciumhydroxid; Kalkliniment – Linimentum calcariae; Kalksalpeter – Calciumnitrat; Kalkstein – Calciumkarbonat; Kalkwasser – Solutio Calcii hydroxydati

 

Kälte-Mischungen: Mischungen aus Salzen oder Trockeneis mit Wasser, Eis oder organischen Flüssigkeiten, die sich bei ihrer Herstellung/Vermischung abkühlen, weil sich die verwendeten Salze unter Wärme-Verbrauch lösen

 

Katalysator: ein Stoff, welcher chemische Reaktionen ermöglicht oder beeinflußt, ohne sich dadurch selbst zu verändern

 

Keratine: griechisch: Horn; Bezeichnung für Eiweißstoffe, welche in hornartigen Strukturen eine Stütz-Funktion haben; die Keratine gehören zusammen mit den Kollagenen zu den Sklero-Proteinen (faserförmige Gerüst-Eiweißstoffe); die Keratine sind in Haaren, Finger-Nägeln, Zehen-Nägeln, Federn, Klauen, Hufen etc. enthalten; Keratine bestehen aus mehreren hundert Amino-Säuren

 

Kieselgur: Diatomeenerde; feinkörniges Pulver; je nach Fundort unterschiedlich gefärbt; das Pulver besteht aus den mikroskopisch kleinen Kiesel-Algen (Diatomeen); diese Gehäuse bestehen vorwiegend aus Quarz/SiO2 (ca. 93%)

 

Kohle: "versteinertes" Holz; wird im Tagebau/Untertagebau gefördert; wird verwendet zum Schmelzen von Metallen, zum Schmieden, zum Heizen, zum Kochen

 

Kohlen-Wasserstoffe: chemische Verbindungen, welche nur aus Wasserstoff und Kohlenstoff bestehen und zahlreiche organische Substanzen bilden

 

Kolloid: ein Stoff, welcher sich mikroskopisch nicht mehr erkennbar in einer Flüssigkeit oder einem Gas verteilt

 

kolloides/kolloidales Silber: Argentum colloidale; fein verteiltes, metallisches Silber mit Eiweiß-Stoffen als Schutz-Kolloid; auch ohne Eiweiß als Schutz-Kolloid herstellbar; Herstellung: Reduktion von Silbernitrat mit Eisen (II)-sulfat und Natriumcitrat, unter Zusatz von Eiweiß trocknen; Gehalt an Gesamt-Silber mindestens 70%, an metallischem Silber mindestens 67%; blau-schwarze oder grünliche Plättchen; löslich in Wasser; wird durch Säuren oder Salze aus der Lösung gefällt; zur wässrigen Lösung streut man kolloidales Silber auf das kalte Wasser auf; Anwendungen: medizinisch – (früher & heute) als starkes Antiseptikum; zur Wundbehandlung bei Sepsis, Erysipel, Pneumonie, Typhus, Magen-Geschwüren; innerlich: 0,05-0,2g in 0,1-1%iger Lösung; in Augentropfen: 2%ige Lösung;

 

Kolophonium, Colophoniu: Terebintinae resina, Resina colophonium, Pix graeca, Geigenharz; das aus dem Harz-Balsam von Pinus-Arten (Kiefern, Fichten) nach Entfernen (durch Wasserdampf-Destillation) der flüchtigen Anteile gereinigte Harz; wird als Rückstand der Terpentinöl-Destillation gewonnen; glasartige, hellgelbe bis braune, leicht bestäubte Stücke von muscheligem Bruch; Erweichungs-Temperatur; Erweichungs-Temperatur ab ca. 70°C, ab ca. 110°C viskose Flüssigkeit, bei stärkerem Erhitzen über 150°C entweichen schwere, aromatisch riechende Dämpfe; unlöslich in Wasser; löslich in Ethanol, Ether, Chloroform, Aceton, Benzin, Essig-Säure; unvollständig löslich in Schwefelkohlenstoff und Petrolether; mit heißen Laugen verseifbar; Anwendungen: medizinisch – als Haut-Reizmittel, zu Salben & Pflastern; technisch – in der Farben- und Lack-Industrie

 

Kupfer: chem. Zeichen: Cu; Dichte: 8,96 g/cm3; Farbe: hell-rot; neben Gold das einzige farbige Metall; sehr zähes, hartes, dehnbares Metall; Schmelz-Temperatur: 1083°C; Siede-Temperatur: 2600°C; Küchengeräte (Töpfe, Pfannen etc.) aus Kupfer sind antibakteriell, z.B. gegen Escherichia coli; Bronze enthält 80-90% Kupfer, der Rest ist Zinn

 

Lackmus-Papier: ein mit Lackmus-Tinktur getränkter Papier-Streifen, welcher sich in Basen blau und in Säuren rot färbt

 

Lanolin: Lanolinum; Mischung aus versch. Stoffen; verschiedene Rezepturen: 1) 15 Teile dickflüssiges Paraffin + 20 Teile Wasser (gekocht, auf 60°C abgekühlt) + 65 Teile geschmolzenes Wollwachs; 2) 10 Teile Oliven-Öl + 20 T. gereinigtes Wasser + 70 T. geschmolzenes Wollwachs; 3) 10 Teile flüssiges Paraffin + 20 T. gereinigtes Wasser + 70 T. geschmolzenes Wollwachs; Anwendungen: medizinisch – fetthaltige Haut-Schutzsalben, als Resorptions-Salbe zur Verarbeitung von Arzneistoffen

 

Lehm: Lehm ist eine Mischung aus Ton, Sand und Schluff; Lehm ensteht durch Verwitterung von festem Gesteinen oder durch Ablagerungen; Lehm mit einem höheren Beatndteil an Kalk wird Mergel genannt; Lehm mit einem hohen Anteil an Ton wird als „fett“ bezeichnet, Lehm mit geringem Anteil an Ton als „mager“; zu „fetter“ Lehm wird durch Mischung/Beigabe mit (scharfem) Sand „abgemagert“; bei Zugabe von Wasser „qullt“ Lehm, bei Trocknung „schwindet“ (schrumpft) Lehm; Lehm als Baustoff speichert Wärme (Schamott-Steine, Öfen) und reguliert die Luft-Feuchtigkeit; Lehm ist neben Stein und Holz das älteste Bau-Material; Lehm wird meist ungebrannt verwendet; Lehme, die sich zum Brennen eignen, sind im Allgemeinen sandige Tone, z.B. Ziegel-Lehm als Ausgangsmaterial für das Brennen von (Mauer-, Dach-) Ziegeln; Verwendung: Herstellung von (ungebrannten/gebrannten) Ziegeln für Häuser/Räume; zum Verputzen von Flechtwerk-Wänden; zum Verputzen/Ausfachen von Fachwerk-Wänden (in Verbindung mit kurzgeschnittenem Stroh); zum Bau von verschiedener Öfen; Lehm-Ziegel werden mit (teigigem/flüssigem) Lehm untereinander verbunden („Mauer-Mörtel“); im Lehm ist zum Teil das radioaktive Gas „Radon“ gebunden; eine gute Durchlüftung eines mit Lehm verputzten oder aus Lehm-Ziegeln hergestellten Raumes/Hauses beugt einer Radon-Konzentration vor

 

Leinöl-Firnis, Firnis: ein mit Sikkativen (1-5%) versetztes trocknendes Öl, meist Lein-Öl; Firnis soll (auf eine undurchlässige Fläche gestrichen, z.B. Holz) innerhalb von 12-24 Stunden zu einer festen, elastischen, nicht klebenden Haut eingetrocknet sein; Firnis dient als Oberflächenfüller bei Holz und als Haftgrund für Farbe

 

Magnetit: Magneteisenstein, Magneteisenerz; chem. Formel: Fe3O4; Farbe: schwarz, fettig-metallglänzend, unvollkommen muschelig brechendes magnetisches Mineral

 

Massen-Zahl: die Summe der Neutronen + Protonen eines Atoms

 

Mercaptopropionylglycin: gehört zu den Thiolen (Mercaptane, Thioalkohole)

 

Messing: Legierung von Kupfer mit Zink; korrosionsbeständig; wird vor allem für Armaturen genommen; Farbe je nach Zink-Anteil von hell-gelb (viel Zink) bis rot-gelb (wenig Zink)

 

Methylenblau – chem. Namen: Methylthioniumchlorid INN, Methylthioninii chloridum INN, Tetramethylthioninchlorid,Methylthioninium chloratumm u.a.m.; mediz. Anwendungen: Antiseptikum, Antirheumatikum, Antidot bei Vergiftungen mit Kohlenoxid, Anilin und Cyanwasserstoff; Dosierungen: oral – 3-4x täglich 0,05-0,3g; parenteral/intravenös/i.v. – 0,001-0,004 g/kg Körpergewicht pro Tag (1%ige Lösung)

 

Molekül: die aus mindestens zwei Atomen gebildete kleinste Einheit einer chemischen Verbindung

 

Napalm: Natriumpalmitat; Mittel für Brandbomben; mit Natriumpalmitat oder Naphten-Säuren eingedicktes Benzin; entwickelt Hitze über 2000°C; kann nicht mit Wasser gelöscht werden; kann nur durch Luft-Abschluß erstickt werden (im Wasser untertauchen, mit Decke ersticken, mit Sand ersticken); ergibt sehr tiefe und sehr schmerzhafte Brandwunden

 

Natrium: Natrium kommt in der Natur nur chemisch gebunden vor, vor allem in Steinsalz (Halit, NaCl) und in Natrofeldspat (Albit); Natrium ist ein wachsweiches, silberglänzendes, sehr reaktionsfähiges Leichtmetall, das sich an der Luft sofort mit einer weißen Oxid- & Karbonat-Schicht überzieht, in Wasser sehr heftig unter Bildung von Wasserstoff (Explosionsgefahr !) zu Natronlauge reagiert; Natrium wirkt sehr stark ätzend auf Haut & Augen

 

Natriumchlorid: Kochsalz; besteht aus Natrium und Chlorid; Kochsalz ist gut wasserlöslich; eine Kochsalz-Lösung leitet den elektrischen Strom; Kochsalz ist der Ausgangsstoff zur Herstellung von Natronlauge, Salzsäure, Soda (Natriumkarbonat, Natriumhydrogenkarbonat)

 

Natriumhydrogenkarbonat: Natron, Natriumbikarbonat, Bullrichs Salz, doppeltkohlensaures Natron, Speisesoda; weiße Kristalle oder weißliches Pulver; löslich in Wasser, schwer löslich in Ether; Anwendungen: medizinisch – innerlich als Antacidum(säurebindendes Mittel gegen Übersäuerung/ Hyperazidität), äußerlich für Mund- & Gurgel-Wasser, zur Inhalation bei Bronchialkatarrhen; im Haushalt: als Treibmittel, in Back-Pulvern, Limonaden-Pulvern; technisch: in Feuerlösch-Geräten

 

Natriumhypochlorid: Haushaltsbleiche, Bleichlauge; NaOCl; entsteht durch Umsetzen von Chlorkalk mit Natriumcarbonat oder durch Elektrolyse von Natriumchlorid-Lösung bzw. von Chlor in Natriumhydroxid-Lösung; Anwendungen: medizinisch – früher zur Wund- und Haut-Desinfektion, bei Fluor albicus/Weißfluss, in der Zahn-Heilkunde; technisch – zum Bleichen, zur Desinfektion, in Sanitär-Reinigern

 

Natriumphosphate: Bezeichnung für die Natrium-Salze der Phosphor-Säuren; Verwendung: als Komplexbildner in Waschmitteln, zur Herstellung von Seifen und Geschirrspülmitteln

 

Natriumsilikat: Kieselsaures Natrium, Natrium-Wasserglas; entsteht durch Zusammenschmelzen von Quarzsand mit entwässerter Soda und Holzkohlen-Pulver; Anwendungen: Natrium-Wasserglas: medizinisch - für steife Verbände; technisch – Klebstoffe, Kitte, Farb-Bindemittel, Flammenschutz-Bindemittel, Waschmittel; Lebensmittel – zum Eier einlegen

 

Neutron: ein elektrisch neutrales Elementar-Teilchen, welches neben dem Proton ein Baustein der Atom-Kerne ist

 

Nitroglycerin: eigentlich: Glycerintrinitrat; ein Ester, welcher aus dreiwertigem Alkohol, Glycerin und Salpetersäure hergestellt wird; leicht gelbliche, stark erschütterungsempfindliche hochexplosive Flüssigkeit; wird zur besseren Handhabbarkeit als Sprengstoff in Kieselgur aufgesogen; daraus ergibt sich das Dynamit, welches gebohrt und genagelt werden kann, ohne zu explodieren; die Zündung erfolgt auf elektrischem Wege

 

Ordnungs-Zahl: Atom-Zahl, Atom-Nummer; die Stellen-Zahl eines chemischen Elementes im Perioden-System; sie entspricht der Protonen-Zahl des Atom-Kerns

 

Osmose: allmählicher Übergang von Wasser oder eines anderen Lösungs-Mittels durch eine halb-durchlässige Scheidewand in eine höher konzentrierte Lösung

 

Oxidation: es ist die häufigste chemische Reaktion, bei welcher Sauerstoff aufgenommen bzw. Wasserstoff abgespaltet wird; ein Vorgang, bei dem ein Element oder eine chemische Verbindung Elektronen abgibt, welche von einer anderen Substanz (dem Oxidations-Mittel) aufgenommen werden (Eisen-Rost)

 

Paraffin: feste, flüssige, gesättigte Kohlenwasserstoffe; Nebenprodukt bei der Gewinnung und Verarbeitung von Erdöl; reaktionsträge, ungiftig; u.a. zur Herstellung von Kerzen, Baumwachsen, Malstiften, Schmiermitteln, Polituren; Erstarrungs-Temperatur: 50-62°C

 

Phosphor: Phosphor wird hergestellt aus dem Mineral Apatit, einem Kalziumphosphat mit wechselnden Mengen an Kalziumfluorid und Kalziumhydroxid; roter Phosphor wird unter Luftabschluss aus dem sehr giftigen weißen Phosphor hergestellt bei 180°C und geht bei 450°C unter Luftabschluss in kristallinen violetten Phosphor über; weißer Phosphor kann aus eingedampftem/destilliertem Urin gewonnen werden – Achtung: Gift !

 

Perioden-System: eine Tabelle sämtlicher chemischer Elemente, die ihren Platz im Perioden-System auf Grund ihrer jeweiligen Eigenschaften bekommen (senkrechte & waagereichte Anordnung)

 

Polymer: eine Verbindung aus Riesen-Molekülen, welche sich aus vielen gleichen Molekül-Gruppen zusammensetzen (viele Kunststoffe)

Proton: ein positiv geladenes Elementar-Teilchen des Atom-Kerns

 

Radikal: ein kurzlebiges Atom oder ein kurzlebige Atom-Gruppe, welche mindestens ein ungepaartes Elektron besitzt und als Ganzes reagiert; Freie Radikale werden in der Medizin verantwortlich gemacht für viele Erkrankungen (Umwelt, Wohnung, Nahrung etc.)

 

Reagenz: vor allem bei Analysen verwendete Stoffe, welche mit anderen Stoffen auf eine bestimmte Art & Weise reagieren

 

Reduktion: die Gegen-Reaktion zur Oxidation; Vorgang, bei welchem Sauerstoff abgegeben oder Wasserstoff aufgenommen wird; ein Vorgang, bei dem ein Element/eine Verbindung Elektronen aufnimmt, welche von einer anderen Substanz (dem Reduktions-Mittel) abgegeben wird

 

Rektifikation: Trennung/Reinigung von gasförmigen/flüssigen Gemischen durch mehrfach wiederholte Destillation

 

Rizinus: Öl von/aus der Heilpflanze: Ricinus communis

 

Salmiak: Ammoniumchlorid; farblose, durchscheinende, geruchlose Kristalle oder weißes kristallines Pulver; leicht löslich in Wasser & Glycerol, wenig löslich in Ethanol; Verwendungen: medizinisch – als Expektorans (auswurfförderndes Mittel, Salmiak-Pastillen), als Diuretikum (harnauscheidungs-fördernd), bei Infektionen der Harnwege mit Coli-Bakterien; technisch – als Zusatz beim Löten (Löt-Stein), zum Verzinnen & Verzinken, als Elektrolyt zur Füllung galvanischer Elemente/Batterien, in der Färberei & Druckerei

 

Salmiakgeist: Ammoniakwasser; entsteht durch Vermischung von Ammoniak mit Wasser; Verwendung: Zusatz zu Fensterputzmitteln, als Lösungsmittel in der anorganischen Chemie

 

Salpeter: siehe: Kali-Salpeter

 

Säure: eine Verbindung, welche in Wasser gelöst sauer reagiert

 

Schellack: Gummilack, Lackharz; harzartiges Sekret/Stoffwechsel-Produkt der weiblichen Lackschildlaus/Gummilackschildlaus (Kerria lacca), das nach Raffination und Schmelzen in eine dünne Schicht gegossen wird; Lacca alba ist gebleichter Schellack; Anwendungen: technisch – zur Herstellung von Lack, Firnis, Kitt, Polituren, als Elektro-Isoliermittel, als Appreturmittel, früher zur Herstellung von Siegellack und Schallplatten; arsenfreier Schellack als Bestandteil von Haarsprays, als Zusatz zu Kaugummi und Lebensmittel-Stempelfarben, als Überzug für Obst & Zuckerwaren; in der Pharmazie als lackier- und Dragiermittel (Filmbildner), zur Herstellung magensaftresistenter Arzneimittel/Arzneiformen

 

Schlämm-Kreide: Calciumcarbonat, Kohlensaures Calcium; natürlich vorkommend als: Kalkstein, Kreide, Marmor, Aragonit, Kalkspat, Muschelschalen, Eierschalen, Korallen, Krebssteine, Sepia-Knochen; Schlämmkreide ist ein feines weißes und sehr reines Kalk-Pulver, welches durch das Schlämmen von Kreide entsteht; unlöslich in Wasser und Ethanol; löslich in Säuren unter Bildung von Salzen mit Freigabe von Kohlendioxid; zerfällt ab 900^C in Calciumoxid/Gebrannter Kalk/CaO und Kohlendioxid; Anwendungen: medizinisch – bei Gastritis, Durchfällen etc., Dosis 0,5-2g; Verarbeitung in Zahnpasta und Zahnpulver

 

Schwarz-Pulver: Gemisch aus ca. 75% Kaliumnitrat, ca. 15% Kohle-Pulver und ca. 10% Schwefel; Anwendungen: für Zündschnüre, als Treibsatz für Feuerwerkskörper, selten als Sprengstoff; Achtung: Explosions-Gefahr !

 

Schwefel: Sulfur; S; freier Schwefel hauptsächlich vorhanden in Sizilien, Nord-Amerika, Japan; gebundener Schwefel in Eisenkies, Kupferkies, Bleiglanz, Zinkblende, Steinkohle, Braunkohle u.a.m.; organischer Bestandteil von Mensch, Tier & Pflanze; Anwendungen: medizinisch – (früher) als Abführmittel/Laxans; bei Haut-Erkrankungen (Mykosen, Ekzeme, Krätze);

technisch – Feuerwerks-Körper, Schießpulver, Zündhölzer, zum Bleichen, zum Vulkanisieren,

zum Desinfizieren/Schwefeln von Fässern & Räumen (Vernichtung von Ungeziefer etc.), zur Bekämpfung von Pflanzen-Schädlingen

 

Schwefelsäure: konzentrierte & schwache Schwefelsäure; ätzende, farblose, geruchlose, ölige Flüssigkeit; mischt sich unter Wärmeentwicklung mit Wasser (Säure in Wasser !); setzt sich mit (auch mit edleren) Metallen infolge starker Oxydationswirkung zu Salzen um

 

Serotonin: Thrombotonin; biogenes Amin; kommt in Mensch, Tier & Pflanze vor; beim Menschen in relativ hoher Konzentration im ZNS/Zentral-Nerven-System, Milz, Lunge, Magen-Schleimhaut; im Blut in gebundener Form; in Thrombozyten & Mitochondrien; Reste werden mit dem Urin ausgeschieden; medizinische Wirkung: Kontraktion der kleinen Blutgefäße (z.B. in Lunge & Niere), Dilatation/Ausdehnung der großen Blutgefäße (z.B. in der Skelett-Muskulatur), positive Wirkung am Herzen (inotrop/chronotrop), regulierend beim Tonus der glatten Muskulatur von Bronchien, Darm & Uterus; im ZNS hat Serotonin eine Transmitter-Funktion – zur Steuerung der Thermo-Regulation, des Wach-Schlaf-Rhythmus, des arteriellen Blutdruckes; Serotonin ist Überträgerstoff für spinale Reflexe; Serotonin spielt eine Rolle beim Zustandkommen von Migräne; Serotonin wird bei Karzihoiden (multiple, höchstens kirschgroße Geschwüre in Dünndarm, Pankreas-System, Bronchial-System) vermehrt produziert und freigesetzt; Serotonin-Antagonisten: bestimmte Medikamente bei der Behandlung von Migräne, Karzinoid, Dumping-Syndrom, LSD, Antiemetika

 

Sikkative: sind katalytische Sauerstoff -Übeträger wie z.B. Blei-Salze, Mangan-Salze u.a.m.

 

Silber: chem. Zeichen: Ag; Dichte: 10,50 g/cm3; Farbe: silber-glänzend; hartes, dehnbares Metall; Schmelz-Temperatur: 961 °C; Siede-Temperatur: 2212 °C; kann mit Gold, Kupfer & Palladium legiert werden; Silber wirkt antibakteriell (kolloidales Silber, Silbermünze, Silberlöffel, Silberbecher etc.)

 

Silicium: chem. Zeichen: Si; Dichte 2,33 g/cm3; Farbe: metallisch glänzende, dunkle Kristalle; Schmelz-Temperatur: 1410°C; Siede-Temperatur: 2680°C

 

Siliciumdioxid: chem. Zeichen: SiO2 ; auch Siliciumquarz oder Kieselerde genannt; die Erde besteht zu 98% aus Siliciumdioxid; Vorkommen als Kieselerde, Kieselsäureanhydrid, Kieselgur, Tripel, Bergkristall, Quarz, Opal, Diatomenerde; techn. Anwendung: v.a. als Schwingungs-Kristalle (Quarze) in Uhren & Computern; zur Labor-Diagnostik

 

Soda: Natrium carbonicum, Natriumcarbonat

 

Spektroskopie: Wissenschaft von der Untersuchung und Bestimmung von Wellen-Längen und Bereichen von Spektren (Astronomie, Physik, Chemie); man versteht darunter die Beobachtung, Messung und Deutung von elektromagnetischen Spektren, welche von Atomen, Molekülen, Ionen und Radikalen verursacht werden

 

Spiritus: Weingeist, Ethanol

 

Stahl: Stahl ist eine Legierung/Vermischung von Eisen mit unterschiedlichen anderen Metallen/Stoffen: Chrom macht den Stahl hart, Kombinationen von Chrom und Nickel ergeben einen besonders zähen & harten Stahl, Wolfram/Molybdän/Vanadium machen den Stahl hitzefest & schützen ihn vor dem Weichwerden (Drehstahl, Schnelldrehstahl), Silicium/Si macht den Stahl säurefest; Nirosta-Stahl (V2A) enthält z.B. 71% Eisen/Fe, 20% Chrom/Cr, 8% Nickel/Ni, 0,2% Silicium/Si, 0,2% Kohlenstoff/C, 0,2% Mangan/Mn; die Höhe des Kohlenstoff-Anteils im Eisen entscheidet ebenfalls über die Stahl-Sorte und den Verwendungs-Zweck: Stahl darf nur 0,5-1,7% Kohlenstoff/C enthalten - hat das Eisen weniger Kohlenstoff/C, ist es Schmiede-Eisen, hat es 2-4% Kohlenstoff/C, ist es Guß-Eisen; Eisen wird durch das Einblasen von Luft entkohlt, wobei CO und CO2 entsteht

 

Struktur-Formel: die Schreibweise eines Moleküls, bei der alle Atome und Verbindungen einzeln angeführt werden

 

Suspension: ein flüssiges Gemisch mit feinst-verteilten ungelösten Stoffen (z.B. Wisch-Wasser/Schmutz-Wasser)

 

Synthese: die Herstellung einer komplizierten Verbindung aus einzelnen Elementen oder einfachen Verbindungen

 

Thermit: Gemisch aus Eisenoxid und Aluminium-Pulver; wird zum Schweißen von Schienen und anderen Bauteilen verwendet; wird auch als Thermit-Brandbombe verwendet; kann noch mit anderen Zusätzen versehen werden

 

Ton: Ton ist der Sammel-Begriff für Mineralien, welche als Sediment-Gestein im Tertiär entstanden sind; Ton besteht aus den feinen Teilchen des Minerals Aluminium-Silikat; im Ton sind z.B. Feldspate enthalten, die in reinen Ton (Kaolin) übergehen, dazu kommen Glimmer, Silikate und Carbonate versch. Zusammensetzung; farbgebende Verbindung durch/mit: Eisen, Mangan, Magnesium, Titan; Ton quillt unter Wasser-Aufnahme auf und schrumpft beim Trocknen/Brennen; Ton ist plastisch verformbar (Zugabe von Wasser); Ton ist wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Ziegeln, Keramik(-Geschirr), Terrakotta, Porzellan (-Geschirr, Skulpturen); Ton dient als Träger-Substanz in Bleistift-Minen und als Katalysator; Tongut, Tonzeug – Keramik (Ziegel-Steine, Dach-Ziegel, Geschirr); Keramik-Geschirr – Teller, Becher, Tassen, Krüge, Töpfe, Schalen, Schüsseln; von Hand ausformen oder mit Hilfe einer Töpfer-Scheibe; das Geschirr wird erst eine Weile regengeschützt an der Luft getrocknet (Verdunstung von Wasser) und später bei über 900 °C gebrannt (Töpfer-Ofen); wird es zu früh gebrannt, kann es durch nicht verdunstetes und sich bei Erhitzen ausdehnendes Wasser zerstört werden; gebrannter Ton ist hart, wasserdicht und hitze-beständig/feuerfest (Schamotte-Steine), aber auch relativ leicht zerbrechlich

 

Ton, Weißer Ton: Kaolinum penderosum; Kaolin, Bolus alba, Argilla alba, Porzellan-Erde; H2Al2Si2O8 x H2O; wasserhaltiges Aluminiumsilicat mit wechselnder Zusammensetzung; wird durch Reinigung, Sieben oder Schlämmen gewonnen; weiß-gelbliches, weiches, fettig anzufühlendes Pulver; wird mit wenig Wasser angerührt zu einer plastischen Masse; unlöslich in organischen Lösungsmitteln, Säuren & Laugen; Anwendungen: medizinisch: innerlich wie mediz. Kohle/Carbo medicinalis bei Darm-Erkrankungen (als Suspension 3x tgl. 30-100g/Tag), als trocknendes Puder oder als Umschlag zusammen mit Stärke, Talk u.a. bei Haut-Erkrankungen (z.B. Ekzeme); technisch – zur Herstellung von Malerfarbe, Kitten und als Poliermittel

 

Wachs, Gelbes Wachs: Cera flava, Bienenwachs; wird durch die Wachsdrüse der Honigbiene/Apis mellifera ausgeschieden; frisches Bienenwachs ist weiß (Jungfern-Wachs) und nimmt später von selbst eine gelbe Färbung an; Anwendungen: für Kerzen, in Kosmetika und Medikamenten; beste Gieß-Temperatur für Kerzen: 80-88°C

 

Wachs, Weißes Wachs: Cera alba, gebleichtes Wachs; mit Bleichmitteln (Peroxide, Chromsäure) oder Absorbienten (Kohle) behandeltes Bienenwachs; Anwendungen: medizinisch – Bestandteil von Salben & Cremes zur Erhöhung der Konsistenz, als Stabilisator in Kühl-Salben; technisch – zum Polieren von Zucker-Dragees

 

Wasserglas: Kaliumsilicat; Kieselsaures Kalium, Kaliwasserglas; entsteht durch Zusammenschmelzen von reinem Kaliumcarbonat mit reinem Quarz; Anwendungen: technisch – zur Herstellung von Glas, Keramik, künstlichem Mineralwasser, zum Imprägnieren/feuerfest machen, zur Herstellung von Kitten; Kaliwasserglas-Lösung: medizinisch – zu Verbänden; Lebensmittel – zum Eier einlegen; siehe auch: Natriumsilicat

 

Wasserstoffperoxid: Wasserstoffsuperoxid; farblose, instabile oxidierende Flüssigkeit, welche explosionsartig in Wasserstoff & Sauerstoff zerfallen kann; Anwendungen: medizinisch – als Desinfektions-Mittel (Mundwasser, Ohrentropfen etc.); technisch – die Lösungen als Bleichmittel; Wasserstoffperoxid wird in verschiedenen Konzentrationen gebraucht

 

Weinsäure: Acidum tartaricum, Weinstein-Säure; C4H6O6; kommt in vielen Früchten vor (teils frei, teils in Salzen gebunden), z.B. Weintrauben, Vogelbeeren, Weichselkirschen, Löwenzahn, Weißdorn; Anwendungen: medizinisch – als Abführmittel/Laxans; technisch – zur Herstellung von Limonaden, in Backpulvern, Brausepulvern; zur Stabilisierung der Essigsauren Tonerde; in der Färberei

 

Weinstein: Tartaruis deputatus; Kalium bitatarium, Kaliumhydrogentartat; Saures weinsaures Kalium; weißes kristallines Pulver; wenig löslich in kaltem Wasser, löslich in heißem Wasser; leicht löslich in NaOH, unlöslich in Ethanol; natürliches Vorkommen: in Weintrauben und anderen Früchten; schiedet sich zusammen mit Calziumtartrat bei der Weingärung an den Fässern ab; Anwendungen: medizinisch – als mildes Diuretikum; technisch – in der Färberei, zur Herstellung von Backpulvern

 

Werg: Abfallprodukt, welches beim Hecheln von Flachs & Hanf entsteht; wird als Abdicht-Mittel benutzt (u.a. Bootsbau, Klempnerei)

 

Wertigkeit, Valenz: die Anzahl der Wasserstoff-Atome, die ein Atom eines Elementes binden oder in einer Bindung ersetzen kann

 

Wollfett, Wollwachs: Adeps lanae, Cera lanae; die bei der Aufbereitung von Schafwolle gewonnene, gereinigte, wachsartige, wasserfreie Masse; hell-gelbe bis bräunlich-gelbe zähe Masse mit schwachem charakteristischem Geruch; leicht löslich in Ether, Chloroform, Benzin; wenig löslich in siedendem abs. Ethanol; Herstellung: durch Ausschleudern aus dem Woll-Waschwasser; ergibt eine schmutzig-braune, übelriechende Masse; Weiter-Behandlung mit verschiedenen Chemikalien & Verfahren; wasserhaltiges Wollwachs/Adepus lanae cum Aqua – 75% Wollwachs + 25% Wasser

 

Zink: chem. Zeichen: Zn; Dichte: 7,14 g/cm3; Farbe: weiß, stark glänzend; sprödes Metall; Schmelz-Temperatur: 419°C; Siede-Temperatur: 906°C

 

Zinkoxid: Zincum oxydatum, ZnO; weißes oder gelblich weißes , zartes amorphes Pulver; unlöslich in Wasser, leicht löslich in verdünnten Säuren; Anwendungen: medizinisch – früher als Beruhigungs-Mittel und zur Lösung von Krämpfen; heute nur noch äußerlich als Konstituens in Pudern, Salben, Pasten oder in Farben/Tuschen; wirkt schwach adstringierend & antiseptisch; zur Behandlung von Haut-Erkrankungen (Herpes, Insekten-Stiche etc.); wird in Malerfarben mit Öl angerührt und verfestigt sich unter Seifenbildung

 

Zinn: chem. Zeichen: Sn; Dichte: 7,28 g/cm3; Farbe: silberweiß, glänzend; sehr weich, dehnbar; Schmelz-Temperatur: 232 °C; Siede-Temperatur: 2350 °C; löslich in starken Säuren & Basen; beständig in Luft & Wasser

 

Zinn: Löt-Zinn: Zinn-Lot; Legierung aus Blei/Pb und Zinn/Sn; schmilzt bei 183-325°C; Blei-Lot zur Flammen-Lötung: 25% Zinn/Sn + 75% Blei/Pb; Hart-Lot: 13-56% Zinn/Sn + 41-86% Kupfer/Cu, Rest ist teilweise Silicium

 

Zitronen-Säure: Acidum citrium anhydricum, C6H8O7; weiße Kristalle oder kristallines Pulver; saurer Geschmack; leicht löslich in Wasser, Ethanol, Glycerol; wenig löslich in Ether; eine der am weitesten verbreiteten Pflanzen-Säuren; kommt auch beim Menschen vor (Blut, Harn, Muskel, Milch); spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel; Herstellung: aus Zitronen-Saft oder durch Vergärung von Glucose/Rübenzucker-Melasse mit Schimmel-Pilzen; Anwendungen: medizinisch – bei Salzsäure-Mangel im Magen; in der Nahrung – als Geschmacks-Korrigens, in Sirups, Limonaden, Brausepulver, Vitamin-Tabletten, zur Nahrungs-Konservierung in fast jedem Lebensmittel, (früher) zur Herstellung von saurer Milch für Säuglings-Nahrung (Zitronen-Milch); technisch – Gerbereien/Leder-Verarbeitung, Lack-Herstellung, Färbereien, Tabak-Industrie, zur Entfernung von Kesselstein, Tintenflecken & Rost; Zitronen-Säure führt bei übermäßiger Einnahme zur Übersäuerung des Körpers (Azidose), zur dauerhaften Schädigung der Zähne, zur resorptiven Entionisierung von Calcium (besonders im Blutplasma)