Werkzeuge + Waffen

 

 

siehe auch: Bogen + Pfeile

 

Wenn Sie fertige/gute Werkzeuge + Waffen haben, können Sie sich glücklich schätzen; wenn Sie keine haben, müssen Sie sich selbst welche herstellen.

 

  • Wichtigstes Werkzeug im Überlebensfall: Ihr eigener Kopf, Ihre Einstellung, Ihr Wissen !
  • Zweitwichtigstes Werkzeug: Feuer !
  • Drittwichtigstes Werkzeug: Messer/Taschenmesser oder Tool !
  • Viertwichtigstes Werkzeug: Kochgeschirr/Topf !

 

Um z.B. Raubtieren oder menschlichen Räubern nicht schutzlos ausgeliefert zu sein und um sich Nahrung besorgen zu können, sollten Sie sich in einer Survival-Situation schnellstens Werkzeuge und Waffen aus der Umgebung/der Natur besorgen und  diese immer bei sich tragen, selbst wenn Sie nur auf das Plumps-Klo gehen !

 

Die einfachsten Werkzeuge + Waffen sind Stöcke + Steine: Stöcke als Spieß oder Speer, als Wurfholz, Grabestock, als Stiel einer Keule oder eines Beiles; Steine zum Werfen, zum Schleudern, als Keule (mit Stock), als Faustkeil, als Beil-Klinge, als Messer-Klinge.

 

Spieß, Speer: Stellen Sie sich zuerst einen kräftigen Spieß oder einen etwas schlankeren Speer her; beide können als Wanderstab benutzt werden oder als Waffe zur Verteidigung und zur Jagd.

Material für einen einfachen Spieß/Speer: fast alle Laub-Bäume (Hartholz) wie Eiche, Buche, Ahorn, Kastanie, Haselnuss etc..

Herstellung: Ein relativ gerader, von seiner Rinde befreiter, nicht zu dünner (ca. 5 cm dicker) Holz-Stab von Überkörpergröße (2m oder mehr) wird an einem Ende spitz geschnitzt oder geschliffen (Messer, Stein). Dann wird diese Spitze vorsichtig über einem kleinen Feuer angebräunt/gehärtet – durch die Hitze des Feuers/der Glut wird Wasser verdunstet und die Spitze des Holz-Stabes hart. Hat sich eine dünne Holzkohle-Schicht gebildet, kann man die Spitzen immer wieder glätten, bis sie den Anforderungen genügen. Achtung: nicht zu stark ankohlen, sonst bricht die Spitze leicht ab. Zu einem späteren Zeitpunkt kann man den Speer mit einer Spitze aus Stein, Stahl, Knochen oder Horn verbessern und ihn durch abschleifen mit Steinen oder mit dem Messer griffiger machen.

 

Wurf-Holz: ein Wurf-Holz ist eine kürzeres, relativ schweres Stück Holz, welches gut in der Hand liegt und sich relativ zielgenau werfen lässt, um Tiere oder Menschen zu stoppen oder zum Stolpern zu bringen oder zu betäuben

 

Faust-Keil: der Faustkeil zählt zu den ersten effektiven Werkzeugen/Waffen des Menschen; ein Faustkeil ist ein unbehauener oder behauener Stein, welcher je nach zugedachter Funktion rund, eckig, scharf oder stumpf sein kann.

Wenn Sie einen Stein behauen, dann schützen Sie Ihre Augen und Hände !

 

Keule oder Beil: Binden Sie dazu einen dickeren Stein oder eine relativ stabiles und geschärftes Stück Stein/Eisen/Stahl in einen gespaltenen Holzstab ein und befestigen Sie diese, so gut Sie können – mit Schnur, Klebeband, Lederriemen, Baum-Rinde/-Bast, Birkenpech etc.: Sie haben dann je nach Material und Form einen Hammer, ein Beil oder eine Keule.

Auch wenn Sie diese Keule vielleicht nur einmal richtig benutzen können, hat sie ihren Zweck erfüllt.

 

Messer: Wenn Metall-Stücke vorhanden sind, klopfen Sie diese mit einem Stein oder einem anderen Metallstück (Hammer, Meißel) ungefähr in die Form, welche Ihnen vorschwebt und machbar ist. Härten Sie dann die geformte + geschliffene Klinge (wenn möglich + nötig), indem Sie sie im Feuer langsam bis zur Rotglut erhitzen und anschließend in kaltem Wasser abschrecken; nach dem Abschrecken noch einmal leicht im Feuer erhitzen („anlassen“), dadurch wird die sogenannte „Spannung“ aus der Klinge genommen. Befestigen Sie diese Klinge dann mit einem Kleber (Baum-Harz, Birkenpech) und Lederriemen/Schnur o.ä. an einem Holzgriff. Schärfen Sie diese Klinge immer wieder, bis sie so gut ist wie nötig. Stellen Sie sich auch eine Messerhülle/Scheide aus Leder oder Holz her, um sich nicht selbst zu verletzen und um die wertvolle Klinge zu schützen.

Sie können sich ein Messer oder einen Dolch auch aus Stein/Feuerstein oder aus hartem Holz herstellen (siehe: Speer) – besser einen stabilen Holz-Dolch als gar keinen !

 

Pfeil + Bogen (siehe auch da !): Die Herstellung von Pfeil + Bogen erfordert etwas Zeit + Geduld sowie halbwegs abgelagertes Holz; wenn Sie beides haben, dann stellen Sie sich Pfeil + Bogen her.

Vorteil: Pfeil + Bogen sind leichter und effektiver als ein Speer; die Pfeile fliegen auch weiter.

Hinweis: Einen Bogen niemals „leer“ schießen !, also nicht die Sehne spannen und loslassen ohne einen Pfeil, denn dabei kann der Bogen brechen bzw. die Sehne reißen !

Holz für einen Bogen: Da Sie sich in einer Survival-Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit einen sogenannten Self-Bogen/Langbogen bauen werden, ist die Wahl des Materials von entscheidender Bedeutung. Ein Self-Bogen ist ein natürlich gewachsenes relativ gerades Stück Holz, welches eine entsprechende Länge (ca. 200-250cm) und Dicke (ca. 6-10cm) hat.                  Von diesem Stück Holz entfernen Sie die Rinde, bringen es mit Beil/Spaten/Messer in Bogen-Form und schnitzen seitliche Kerben für die Sehne ein (ca. 45°); geeignet sind fast alle Laub-Hölzer wie Ahorn, Eibe, Esche, Walnuss, Akazie, Robinie, Ulme, Bergulme, Pequia, Goncalo Alves, Hickory, Zitronenholz, Osage Orange, Walnuss, Birke, Apfel, Birne, Haselnuss u.a.m..

Haben Sie viel Zeit, dann trocknen Sie das Holz erst im Freien (mit Rinde). Die Holzfeuchte sollte 10-12 % betragen; Trockenzeit (mit oder ohne Rinde) ca. 2 Wochen. Länge des fertigen Bogens ca.160-200cm; Dicke des entrindeten und bearbeiteten Holzes je nach Konstruktion 3-5 cm.

Holz für die Pfeil-Schäfte: Buche, Eiche, Esche, Port Oxford-Zeder, Douglasie, Tannen, Fichten, Kiefern (harzig!) etc.; Pfeil-Holz muß sehr gut abgelagert sein, sonst verzieht es sich schnell; Stärke 8-10 mm, Länge 60-100 cm (je nach Bogen und Armlänge!). Je leichter der Pfeil, desto dicker muss er sein, um die Energie der Sehne aufnehmen zu können. Je schwerer der Pfeil, desto mehr Kraft braucht man, um ihn zielgenau abzuschießen – und einen starken Bogen !

Die Befiederung des Pfeiles (Vogel-Federn, auch Moosgummi etc.) sorgt für einen geraden und stabilisierten Flug; eine passende Kerbe (10-15 mm tief) dient der Aufnahme der Sehne.

Pfeil-Spitzen: aus Metall, Stein, Glas, Keramik oder Hartholz – was da ist ! Bearbeiten, in Form bringen, schärfen und am Pfeil-Schaft befestigen (Klebstoff, Klebeband, Schnur, Bast); Pfeil-Spitzen müssen nicht perfekt oder ganz spitz sein - selbst Querschneider-Spitzen sind sehr effektiv !

Material für die Sehnen: Kunst-Fasern, Pflanzen-Fasern, Tier-Sehnen; Dacron, Kevlar, Dyneema, Fast Fligt, gewachster Hanf, gewachstes Leinen/Flachs; die Sehnen werden geflochten oder/und verdrillt. mit Öhrchen/Schlaufen versehen oder mit dem sogenannten Zimmermanns-Knoten am Bogen befestigt.

Nehmen Sie (wenn vorhanden) immer eine Ersatz-Sehne mit, da eine reißfeste und funktionierende Sehne ist m.M.n. am schwersten aus Natur-Materialien herzustellen.

Pflege: Bogen, Pfeile und Sehne müssen immer gut gepflegt und gewachst werden; Bogen + Pfeile dürfen nicht neben einer Wärmequelle (Feuer, Heizung) liegen/trocknen, da sie sich sonst verziehen können und ihre Funktion eingeschränkt wird. Des weiteren dürfen Bogen, Pfeile + Sehnen nicht feucht/naß werden. Zur Pflege der Sehne verwendet man Sehnen-Wachs, eine Mischung aus viel Bienen-Wachs und ein wenig Pflanzen-Öl (gemeinsam einschmelzen und in Form gießen)

 

Blasrohr: Die Herstellung und Benutzung eines Blasrohres erfordert sehr viel Geduld & Genauigkeit. Wollen Sie ein Blasrohr benutzen, müssen Sie auch ein Narkotikum oder Gift kennen, welches schnell wirkt und welches Sie auch selbst herstellen können. Sollten Sie Holz für das Blasrohr verwenden, muss dieses sehr gut abgelagert sein, da es sich sonst stark verzieht; bei Metall-/ Plast-Blasrohren ist dies (außer bei großen Temperatur-Unterschieden) gewöhnlich nicht der Fall

 

Bola: Eine Bola besteht aus drei Steinen/Gewichten, welche jeweils einzeln in einen Lederriemen/Schnur/Tuch eingeschnürt und dann am Ende miteinander verknotet sind. Die Bola wird aus der Drehung heraus geschleudert/geworfen und ist am besten in freiem Gelände zu benutzen.

Die Bola wickelt bei einem Treffer sich um den Körper bzw. die Beine der Beute und bringt diese dann zu Fall.

 

Stein-Schleuder zum Schleudern von Steinen mit großer Wucht: Auflage aus Leder etc., ca. 20 cm lang; links + rechts an der Auflage eine Schnur befestigen; eine Schnur mit flexibler Handschlaufe ausstatten und am Handgelenk befestigen, die andere während des Schleuderns in der Hand festhalten und im geeigneten Moment loslassen - Übung macht den Meister !

 

Zwille, Gummi-Schleuder: an einem Y-förmigen Stück Holz werden an beiden Gabel-Armen Gummi-Bänder befestigt; zwischen den freien Enden der Gummi-Bänder wird ein Stück Leder befestigt; das Leder-Stück dient als Auflage für Steine/Stahlkugeln

 

Harpune: die Harpune ist eine Art Mischung aus Speer und Pfeil und dient dem Fang von See-Tieren (Fische, Robben, Wale! etc.); damit die harpunierte Beute nicht fliehen kann, ist das Harpunen-Geschoß über eine Schnur/Leine mit dem Rest der Harpune bzw. dem Boot oder mit einer starken Schwimm-Blase verbunden; eine Harpune hat eine/mehrere gezackte Spitzen bzw. Widerhaken – dadurch können sich Beute-Tiere nicht so leicht losreißen

 

Fisch-Speer: ein Fisch-Speer hat eine (mindestens) dreifach gegabelte Spitze; an jeder Spitze befinden sich (im Ideal-Fall) an der Innenseite mehrere Widerhaken, damit der gespeerte Fisch sich nicht losreißen kann; evtl. kann sich auch noch eine Spitze in der Mitte befinden

 

Bumerang: der Bumerang ist ein speziell geformtes Stück Holz, welches vor allem bei den Ureinwohnern Australiens im Gebrauch ist: Der Clou - trifft ein Bumerang nicht sein Ziel, dann kehrt er im freien Gelände zum Werfer zurück ! Achtung – Selbstverletzungs-Gefahr ! Formen: ca. rechtwinklig mit zwei Enden, als Art Stern mit drei Enden u.a.m.

 

Fackeln: ein ca. 1m langer Stock (oder länger) wird bis zur Hälfte geviertelt; in die Spalten werden nun Ästchen, Moos, Birkenrinde und anderes brennbares Material eingeklemmt. Falls vorhanden, kann man das Brennmaterial zusätzlich mit Schnur/Bast/Draht befestigen/umwickeln. Anschließend wird die fertige Fackel mit Harz/Fett beschmiert (außer am Griff!).

Von diesen Fackeln sollten Sie immer mehrere bereit haben, um sich in der Nacht zu orientieren bzw. um Raubtiere vertreiben zu können.

 

Wägen Sie bei der Herstellung von Werkzeugen + Waffen ab, welcher dieser Gegenstände im Moment für Sie am effektivsten oder am nötigsten ist - sowohl in der Herstellung als auch im Gebrauch !

Am einfachsten zu benutzen sind Stöcke und Steine – werden diese später zu Spieß, Speer, Hammer, Beil, Keule, Messer etc. bearbeitet, dann haben Sie einfache, aber effektive Werkzeuge und Waffen.